Nutzte Mubarak die 18 Tage um sein Vermögen zu sichern?

The Telegraph berichtet, Hosni Mubarak habe die letzten 18 Tage seiner Amtszeit genutzt, um sein Vermögen zu sichern. Die schweizer Behörden hatten angekündigt, Konten von Hosni Mubarak einzufrieren. Eine Quelle sagte:”And we think their financial advisers have moved some of the money around. If he had real money in Zurich, it may be gone by now.” (Übersetzung etwa:”Und wir nehmen an, ihre Finanzberater haben etwas Geld bewegt. Wenn er wirklich Geld in Zürich hatte, könnte das inzwischen weg sein.”)

Wäre schade für Ägypten, nicht an das Diktator-Geld zu kommen. Wenn die Vermutungen stimmen, könnten fast die kompletten Staatsschulden mit Mubaraks Vermögen abbezahlt werden.

Das Feuer der Enttäuschung

Irgendwie werde ich nach der eben gesehenen und gehörten Rede des Ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak die Sorge nicht los, dass in Kairo oder Alexandria noch heute Nacht einige Gebäude in Flammen aufgehen werden. Noch ist in den Medien nichts davon zu erfahren, aber so enttäuscht und wütend, wie die demonstrierenden Menschen in Ägypten nun sein müssen, ist das eine Folge, die ich mir nur zu gut vorstellen kann.

Die Rede Mubaraks ist in sofern bemerkenswert, als sie die üblichen westlichen Argumente aufgreift. Er erwähnt den Terrorismus, gegen den gemeinsam gekämpft werden muss. Die Keule des Terrorismus wird bei uns doch auch immer gezogen, wenn man keine Argumente hat. Das einzige was gefehlt hat, war:”Denkt doch auch mal an die Kinder.” Aber vielleicht ist mir das nur entgangen.

Die neuen Revolutionsreporter

Die Ereignisse in Ägypten führen uns einmal mehr vor Augen, wie wenig unabhängig die großen deutschen Medien sind. Berichterstattung gab es zunächst wenig bis keine. Einzig Al Jazeera sendete rund um die Uhr live. Es ist gar vom Versagen der deutschen Medien die Rede.

Aber, wie immer, kann man die Situation auch als Chance betrachten. Als Chance für mutige freie Journalisten und Blogger, die auf eigene Rechnung nach Ägypten fliegen, sich mit anderen mutigen Journalisten um das Zimmer mit dem besten Blick im Hotel streiten und für horrende (Internet-)Roaminggebühren Berichte für die Heimat schreiben. Eine Welle der Unterstützung wogte nach seinem ersten Blogeintrag durch das deutsche Netz. Es dauerte nicht lange, bis die öffentlich-rechtlichen Medien (in diesem Fall die ARD) auf Richard Gutjahr aufmerksam wurden. Er berichtet nur einen Tag nach seiner Anreise als offizieller ARD-Reporter per Telefon aus dem Zentrum der Revolution.

So sieht also ein moderner Revolutionsreporter aus. Den ganzen Beitrag lesen

Woran unsere Gesetzgebung krankt

Eben habe ich auf Empfehlung von netzpolitik.org ein Video des Elektrischen Reporters gesehen. Es handelt sich um ein Interview mit Josh Wattles. Er ist Professor für Urheberrecht an der Universität von Los Angeles. Dabei fiel mir etwas auf, das mir so direkt noch nie ins Auge gesprungen ist.

Er sagt, dass die Urheberrechts-Gesetze nicht angepasst werden, obwohl sich die Zeiten geändert haben. Ganz zu Beginn der Urheberrechts-Gesetzgebung in den USA stand das Ziel ein Werk vom Autor verwerten zu lassen. Das Schutzrecht galt für 14 Jahre und das war gerade die Zeit, die es häufig brauchte, bis ein Buch es in alle Bundesstaaten der USA geschafft hatte. Es war dafür gemacht, den Autor vor fremder kommerzieller Verwertung zu schützen. Heute wird es genutzt, um den Privatnutzer zu verfolgen und die “Schutz”-Zeit wurde sogar noch auf 70 Jahre verlängert. Das behindert den Anreiz Neues zu schaffen, man kann ja noch vom Alten leben. Den ganzen Beitrag lesen