Fahrplanintegration der AVG-Fahrpläne in Google Transit

Auf Ebene des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) tut sich wohl vorerst noch nichts bezüglich der Integration von Fahrplandaten des ÖPNV in Google Maps. Wie aus Kreisen des KVV zu hören ist, ist jedoch offenbar die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit Google in Gesprächen über die Integration ihrer Linien in die Google Maps-Daten bzw. in Google Transit.

Über den Stand der Gespräche und einen Zeitpunkt zur Integration in die Google-Karten wurde keine Auskunft gegeben.

Hintergrund: Nachdem vor einigen Wochen die Deutsche Bahn eine Zusammenarbeit mit Google bekannt gegeben hat, stellte sich schnell die Frage nach der Integration des Nahverkehrs in Google Transit. Erst damit lässt sich die Routenplanung per öffentlicher Verkehrsmittel nämlich wirklich sinnvoll nutzen. Der Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) gibt an, seine Daten nicht weitergeben zu wollen. Eine Anfrage bei der Hohenzollerischen Landesbahn ergab völlige Unkenntnis der Verantwortlichen zum Thema.

Die Teilnahme an Google Transit ist für Verkehrsunternehmen eigentlich sehr einfach. Die vorliegenden Daten müssen nur bestimmten maschinell lesbaren Form für den Import gebracht und Google zur Verfügung gestellt werden.

Die Datenschutz-Bigotterie der deutschen Politik

Inspiriert von Richard Gutjahrs Artikel fällt mir immer mehr auf, wie irrational das Verhalten der Politik zum Thema Datenschutz doch regelmäßig ist. Was im einen Moment noch als vollkommen in Ordnung gilt und mit Ausnahmeregelungen ausdrücklich zugelassen wird, ist im nächsten Moment in ähnlich gearteten Fällen unerwünscht. Was im einen Moment eine große Firma zwingt, ein Produkt zu beschneiden, interessiert im nächsten Moment bei einer ähnlich großen Firma niemanden mehr.
Ich will das an zwei Beispielen verdeutlichen.

Richard Gutjahr führt aus, dass es in Deutschland eine ganze Industrie gibt, die personenbezogene Daten vermarktet, verkauft und zusammenführt. Spezialisierte Firmen führen nach Interessen, Einkommen und bis zu 300 weiteren Merkmalen sortierte Adressdatensätze, aus denen sich jeder, der bereit ist dafür in die Tasche zu greifen, einen Abzug nach seinen Wünschen extrahieren lassen kann. Das ist Dank des sogenannten Listenprivilegs (Thomas Stadler hat was dazu) auch vollkommen legal.
Auch Facebook und Google nutzen derartige Daten. Die beiden Firmen blenden in ihre Internet-Seiten (und bei teilnehmenden Partnern) Werbung ein, die auf die Interessen der lesenden Benutzer zugeschnitten ist. Die Werbekunden können auswählen, wer eine Werbung sehen soll, Merkmale der Benutzer werden jedoch (zumindest offiziell) nicht herausgegeben. Den ganzen Beitrag lesen

Was beim Gläubiger im Soll, ist beim Schuldner im Haben

Spiegel-Online titelt heute:”Deutsche könnten Schulden der Euro-Zone tilgen“.

Dann wird ausgeführt, dass mit den 8,5 Billionen Euro Geld- und Immobilienvermögen mehrfach die Schulden des deutschen Staatshaushalt zurückgezahlt oder eben die gesamten Schulden der Euro-Zone getilgt werden könnten. Aber ist es nicht so, dass ein großer Teil dieses Geldes genau die Schulden der Staatshaushalte sind?

Wenn der Staat Schulden macht, tut er das unter anderem durch die Ausgabe von Wertpapieren, die von privaten Institutionen gekauft werden. Das heißt, der Staat hat dann Schulden und der Privatmann oder die Bank hat Geld angelegt. Eine Bank ist nun natürlich kein Privatmann, aber sie leiht sich ihr Geld unter anderem von den Kunden, die Geld bei ihr angelegt haben und kauft damit dann genau diese staatlichen Wertpapiere. Offensichtlich beruht Aussage des Spiegels also auf einer Milchmädchenrechnung.

Warum das Kartellamt keine Innovationsbremse ist – kein Hulu für Deutschland

Es sollte das deutsche Hulu werden, doch die beiden Sendergruppen ProSieben Sat.1 Media und RTL wurden vom Kartellamt ausgebremst. Ihre geplante gemeinsame werbefinanzierte Videoplattform wurde so nicht genehmigt. Auf den ersten Blick ist das ziemlich schade, weil den deutschen Internetnutzern damit eine Möglichkeit entgeht Fernsehinhalte dann zu sehen, wenn sie Zeit haben und nicht, wenn sie gerade ausgestrahlt werden.

In seiner Pressemitteilung erklärt das Bundeskartellamt

“Nach dem vorläufigen Ergebnis der Überprüfung ist das Bundeskartellamt der Auffassung, dass die Gründung der gemeinsamen Plattform in der konkret geplanten Form das nach wie vor bestehende marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung weiter verstärken würde.”

Diese Erkenntnis ist zweifelsohne richtig. Im Moment teilen sich den werbefinanzierten privaten Fernsehmarkt genau diese beiden Firmen. Die Einstiegshürden in den Fernseh-Markt sind bereits jetzt sehr hoch und es erscheint fast unmöglich einen ökonomisch erfolgreichen neuen Kanal zu etablieren. Mit einer derartigen Videoplattform würden die beiden Mitspieler die Situation für sich weiter stabilisieren.

Weiter schreibt das Kartellamt: Den ganzen Beitrag lesen

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