Warum das Kartellamt keine Innovationsbremse ist – kein Hulu für Deutschland

Es sollte das deutsche Hulu werden, doch die beiden Sendergruppen ProSieben Sat.1 Media und RTL wurden vom Kartellamt ausgebremst. Ihre geplante gemeinsame werbefinanzierte Videoplattform wurde so nicht genehmigt. Auf den ersten Blick ist das ziemlich schade, weil den deutschen Internetnutzern damit eine Möglichkeit entgeht Fernsehinhalte dann zu sehen, wenn sie Zeit haben und nicht, wenn sie gerade ausgestrahlt werden.

In seiner Pressemitteilung erklärt das Bundeskartellamt

“Nach dem vorläufigen Ergebnis der Überprüfung ist das Bundeskartellamt der Auffassung, dass die Gründung der gemeinsamen Plattform in der konkret geplanten Form das nach wie vor bestehende marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung weiter verstärken würde.”

Diese Erkenntnis ist zweifelsohne richtig. Im Moment teilen sich den werbefinanzierten privaten Fernsehmarkt genau diese beiden Firmen. Die Einstiegshürden in den Fernseh-Markt sind bereits jetzt sehr hoch und es erscheint fast unmöglich einen ökonomisch erfolgreichen neuen Kanal zu etablieren. Mit einer derartigen Videoplattform würden die beiden Mitspieler die Situation für sich weiter stabilisieren.

Weiter schreibt das Kartellamt: Den ganzen Beitrag lesen

Was ist schlimmer als ein Bahn-Streik?

Ein Bahn-Streik ohne Informationen, welche Züge fahren und welche nicht.

In einer, wohl nicht nur in meinen Gedanken existierenden, Fantasie-Welt ist es gar nicht so schwierig:

  1. Eine Lokführer-Gewerkschaft kündigt an, morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr zu streiken. Die Verkehrsgesellschaften informieren daraufhin die Fahrgäste unter Nutzung aller Medien (Zeitungen, Radio, Internet, TV) über diese Ankündigung.
  2. Es ist 6 Uhr morgens und einige Züge bleiben im Bahnhof stehen.
  3. Spätestens 10 Minuten später weiß die Leitstelle des Unternehmens, wo welcher Zug steht und stellt Informationen zu fahrenden und nichtfahrenden Zügen auf allen möglichen kurzfristigen Wegen zur Verfügung. – Das Internet bzw. die Firmenhomepage ist heute wohl die erste und schnellste Anlaufstelle für den Kunden. Eine Hotline deckt den Informationsweg für die wenigen Menschen ohne Internetzugriff ab. Im Optimalfall wird nichtstreikendes Büropersonal mit Informationen zumindest an stark frequentierte Haltestellen geschickt. In den Verkehrsnachrichten des regionalen Radiosenders wird zumindest informiert, auf welchen Linien Probleme auftreten, wenn schon nicht über einzelne Züge informiert werden kann.
  4. Es ist 8 Uhr, der Streik endet und die Züge rollen wieder.
  5. Nur wenige Minuten später sind die aktualisierten Fahrpläne über Hotline und Homepage verfügbar.

Die Realität sieht leider anders aus: Den ganzen Beitrag lesen

Staatsschulden = Diktatorvermögen?

Ägyptens langjähriger Diktator könnte wohl der reichste Mann der Welt sein. Wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, hat er satte 70 Milliarden Dollar auf seinem Privat-Konto. Das sind über 85% der ägyptischen Staatsschulden. Wenn man ihm nun also alles Geld, das er durch seine Herrschaft angehäuft hat, abnimmt, hätte Ägypten eine reale Chance in wenigen Jahren schuldenfrei und damit unabhängig vom Westen handlungsfähig zu sein. – Eine vorausschauende Politik vorausgesetzt. Wir können davon ausgehen, dass das ein oder andere Familien-Mitglied Mubaraks auch noch ein paar Milliönchen Staatsgelder auf dem Konto haben versteckt hat. Dann sieht das alles sogar noch besser aus.

Nicht schlecht für einen Staat, der als Schwellenland gilt und so unverhofft zu Wohlstand kommen könnte.

Weiterhin kein IKEA im Großraum Karlsruhe

Irgendwie ist die Wirtschaftspolitik manchmal schon verwunderlich. Der Gemeinderat hat die Ansiedlung von IKEA in Karlsruhe vor einigen Jahren bereits verhindert. Also wurde seitens des Möbelhauses beschlossen, man könnte es in Rastatt versuchen. Das ist nun vor dem Verwaltungsgericht Leipzig gescheitert.

Grund: Weil ein so großes Einkaufszentrum viel Verkehr macht, belastet das die Umwelt zu sehr und es darf deshalb nur in einem sogenannten Oberzentrum genehmigt werden.

Wenn man sich das mal genauer besieht, ist diese Regelung im Falle von IKEA ziemlich ungeschickt. Momentan müssen Karslruher Interessenten der schwedischen Möbel nach Walldorf oder Sindelfingen fahren. Das ist eine deutlich weitere Strecke, als nach Rastatt.

Weiterer Grund: IKEA macht den Einzelhandel kaputt. Wie das in der Realität in Rastatt aussieht weiß ich nicht. In Karlsruhe ist die Einzelhandels-Konkurrenz aber eher überschaubar. Da ist der Mann Mobilia, der preislich eher Teil des Premium-Segments sein dürfte und einige edle Möbelgeschäfte in der Innenstadt. Der einzige Laden, dem wirklich Konkurrenz gemacht würde, dürfte Möbel-Roller sein. Aber dann wird ein kleines Geschäft durch ein größeres mit mehr Mitarbeitern ersetzt.

Aus Karlsruher Sicht ist mir nach wie vor nicht verständlich, warum IKEA hier nicht gewollt ist. Fahren die Käufer eben nach Walldorf und erhöhen dort die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Aus Bürgersicht täte Mann Mobilia auch ein wenig Konkurrenz gut. Vielleicht senkt das die Preise.

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