Die Sache mit den Rich Snippets
Rich Snippets gelten seit einiger Zeit als modernes Instrument für Suchmaschinenoptimierung. Sie haben aber auch einige Nachteile, die selten beleuchtet werden. Diesem Umstand soll hier Abhilfe geschaffen werden.
Mit seinen Crawlern zieht Google kontinuierlich Informationen von Webseiten ab und verleibt sie sich ein. Das ist natürlich notwendig, um überhaupt eine Suche auf einem Index umsetzen zu können.
Seit Ende Herbst 2010 unterstützt Google sogenannte Rich Snippets. Mit ihnen ist es möglich die Daten einer Webseite semantisch zu strukturieren und ihnen damit eine für Maschinen verständliche Bedeutung zu geben. Weil Google mit Rich Snippets angefütterte Webseiten in den Suchergebnissen auffälliger darstellt, liegt es für Webseiten-Betreiber nahe, ihre Daten in solch strukturierter Art und Weise zu veröffentlichen.
Diese strukturierten und qualitätiv hochwertigen Daten sind für Google Gold wert. Sie fördern die Macht des zentralen Riesen noch weiter. Erst seit wenigen Wochen blendet Google unter dem Namen Knowledge Graph zusätzliche Informationen in die Suchergebnisse ein. Woher diese Informationen kommen, erklärt sich wohl fast von selbst.
Auf den ersten Blick ergbit sich eine Win-Win-Situation:
- Die Webseitenbetreiber veröffentlichen auf der Jagd nach mehr Klicks in den Suchergebnissen ihre Daten strukturiert für Google.
- Google nutzt diese geschenkten Informationen für seine Zwecke.
Auf den zweiten Blick ergibt sich für die Webseiten-Betreiber ergibt dadurch aber eine Zwickmühle.
- Je mehr Webseiten Rich Snippets einsetzen, desto weniger fallen einzelne Webseiten in den Suchergebnissen auf.
- Die Klickraten werden allein schon dadurch sinken, dass die Suchergebnisse selbst immer öfter die gesuchte Frage beantworten und keine weitere Webseite mehr aufgerufen werden muss.
Google selbst veröffentlicht die auf seinen Webseiten verfügbaren Daten übrigens nicht in strukturierter Form. Google+ oder die Websuche bieten keine Rich Snippets, obwohl Schema.org auch für Suchergebnisse und Personen entsprechende Strukturen anbietet.
Von Wahrscheinlichkeiten und Kernkraftwerken
Wenn man dieser Tage die Talkrunden z.B. die von Maybrit Illner verfolgt, bekommt man den Eindruck, dass sich durch die Ereignisse im Kernkraftwerk Fukushima I, die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls in einem deutschen Atomkraftwerk massiv erhöht habe. Das gefühlte Risiko ist natürlich gestiegen, aber das tatsächliche Risiko eines Unfalls ist selbstverständlich gleich geblieben, solange sich nichts an den Betriebsabläufen in den Kraftwerken geändert hat.
Einzig das Herunterfahren eines Meilers senkt das Risiko eines Unfalls, wobei auch hier zu berücksichtigen ist, dass ein Kernkraftwerk auch nach dem Herunterfahren noch monatelange gekühlt werden muss und bei einem Flugzeugabsturz auf das Hauptgebäude zum Problem werden kann.
Zu einem etwas älteren Beitrag auf Utopia.de schreibt ein Kommentator zu den Risiken eines Atomunfalls in Deutschland.
Nach der offiziellen “Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke – Phase B” kommt es in einem deutschen Atomkraftwerk mit einer Wahrscheinlichkeit von 2,9 x 10^-5 pro Jahr (0,000029/a) zu einem Kernschmelzunfall. [..]
[..] In der Europäischen Union waren Anfang des Jahres 2004 mehr als 150 Atomkraftwerksblöcke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Europa innerhalb von 40 Jahren zu einem Super-GAU kommt, liegt demnach bei 16 [..].
Ich habe die Rechnung von einer anderen Seite her aufgezogen und mir angesehen einmal angesehen, wie es um das Risiko steht, wenn man die bisherige Zahl der Unfälle mit der Zahl der Kraftwerke vergleicht.
Bisher wurden auf der Welt 507 Atommeiler errichtet, von denen noch 442 in Betrieb sind. Dabei gab es 3 große Unfälle (Three Mile Island, Tschernobyl, Fukushima). Auf den 4. ziemlich unbekannten Fall in der Produktionsanlage Majak verzichten wir in diesem Fall, auch wenn er als einer der größten Unfälle überhaupt gilt. Den ganzen Beitrag lesen
Volker Pispers landet (mal wieder) einen Volltreffer – diesmal zu Guttenberg
Bisher habe ich mich ja nicht zu unserem überaus beliebten Verteidigungsminister zu Guttenberg geäußert. Wenn Volker Pispers sich aber zu jemandem äußert, dann tut er das gründlich. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
64bit-Systeme und 32bit-Prüfsummen. PHP scheitert an eindeutiger crc32-Funktion
Beim etwas Programmieren gestern bekam ich auf dem Server andere Werte, als auf meiner Entwicklungsumgebung aus der crc32-Funktion von PHP zurück. Das ist schon reichlich komisch, der Verdacht viel auf vieles. Falsches Encoding der Dateien durch die FTP-Übertragung? Andere PHP-Version?
Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Bug handelt, der bereits seit über einem Jahr bekannt ist und sogar schon einmal vor 5 (fünf!) Jahren gemeldet wurde:
- crc32() function result differs on 64-bit Linux platforms and others
- crc32() returns 64-bit number on 64-bit achitectures
Warum kann so ein Fehler nicht gefixt werden. Wenn man die Kommentare dort verfolgt, zeigt sich, dass die Bit-Repräsentation des zurückgegebenen Wertes auf allen Systemen die gleiche ist, jedoch einmal als signed-int und einmal als unsigned-int behandelt wird, weil der Rückgabewert einmal als 32bit-Integer und einmal als 64bit-Integer betrachtet wird.
In der PHP-Dokumentation ist jedoch eindeutig von signed-int die Rede. Wenn man jetzt wenigstens sicher wäre, dass auf allen 64bit-Systemen der eine Wert und auf allen anderen der andere herauskommt. Aber selbst das kann man nicht sicherstellen, denn eine Installation auf Windows 64 bit gibt den gleichen Wert wie auf einer 32bit-Maschine zurück.
Mal wieder ein Problem, das PHP für den professionellen Einsatz fragwürdig erscheinen lässt.