Die Datenschutz-Bigotterie der deutschen Politik

Inspiriert von Richard Gutjahrs Artikel fällt mir immer mehr auf, wie irrational das Verhalten der Politik zum Thema Datenschutz doch regelmäßig ist. Was im einen Moment noch als vollkommen in Ordnung gilt und mit Ausnahmeregelungen ausdrücklich zugelassen wird, ist im nächsten Moment in ähnlich gearteten Fällen unerwünscht. Was im einen Moment eine große Firma zwingt, ein Produkt zu beschneiden, interessiert im nächsten Moment bei einer ähnlich großen Firma niemanden mehr.
Ich will das an zwei Beispielen verdeutlichen.

Richard Gutjahr führt aus, dass es in Deutschland eine ganze Industrie gibt, die personenbezogene Daten vermarktet, verkauft und zusammenführt. Spezialisierte Firmen führen nach Interessen, Einkommen und bis zu 300 weiteren Merkmalen sortierte Adressdatensätze, aus denen sich jeder, der bereit ist dafür in die Tasche zu greifen, einen Abzug nach seinen Wünschen extrahieren lassen kann. Das ist Dank des sogenannten Listenprivilegs (Thomas Stadler hat was dazu) auch vollkommen legal.
Auch Facebook und Google nutzen derartige Daten. Die beiden Firmen blenden in ihre Internet-Seiten (und bei teilnehmenden Partnern) Werbung ein, die auf die Interessen der lesenden Benutzer zugeschnitten ist. Die Werbekunden können auswählen, wer eine Werbung sehen soll, Merkmale der Benutzer werden jedoch (zumindest offiziell) nicht herausgegeben. Den ganzen Beitrag lesen

Was beim Gläubiger im Soll, ist beim Schuldner im Haben

Spiegel-Online titelt heute:”Deutsche könnten Schulden der Euro-Zone tilgen“.

Dann wird ausgeführt, dass mit den 8,5 Billionen Euro Geld- und Immobilienvermögen mehrfach die Schulden des deutschen Staatshaushalt zurückgezahlt oder eben die gesamten Schulden der Euro-Zone getilgt werden könnten. Aber ist es nicht so, dass ein großer Teil dieses Geldes genau die Schulden der Staatshaushalte sind?

Wenn der Staat Schulden macht, tut er das unter anderem durch die Ausgabe von Wertpapieren, die von privaten Institutionen gekauft werden. Das heißt, der Staat hat dann Schulden und der Privatmann oder die Bank hat Geld angelegt. Eine Bank ist nun natürlich kein Privatmann, aber sie leiht sich ihr Geld unter anderem von den Kunden, die Geld bei ihr angelegt haben und kauft damit dann genau diese staatlichen Wertpapiere. Offensichtlich beruht Aussage des Spiegels also auf einer Milchmädchenrechnung.

Google+ nach einem halben Jahr

Allen Unkenrufen zum Trotz. Google+ hält sich und wächst. Der Start seit Anfang Juli war fulminant. In nicht einmal 7 Monaten kommt Google+ auf geschätzt 62 Millionen Benutzer bei Wachstumsraten von geschätzten 20 Millionen Benutzern pro Monat.

Viele Fehler anderer sozialer Netzwerke hat Google vermieden. Äußerst zufrieden bin ich, auch nach einem halben Jahr noch, mit der Funktion der Kreise. Es wird kein Druck aufgebaut jemand anderen in einen Kreis einzusortieren, wenn er mich einsortiert hat und es ist einfach Personen mit interessanten Beiträgen zu folgen. Im Moment ist auch das Niveau der Beiträge recht hoch. Das liegt aber vermutlich an der noch geringen Zahl an Nutzern in Deutschland.

 Die kleine Nutzerbasis dürfte auch der Grund sein, warum bisher nur wenige große Unternehmen in Google+ vertreten sind. Einige haben bereits eine Seite angelegt, jedoch noch wenig oder nichts gepostet. Das wird sich in nächster Zeit sicherlich ändern.

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Noch eine Google+-Meinung

Google+, das neue soziale Netzwerk von Google spaltet die Geister. Die einen reden reden von “nur einem weiteren sozialen Netzwerk“, hübsch anzuschauen, aber halt doch nur eine Kopie von Facebook. Die nennen es den nächsten Facebook-Killer. Das hat man auch schon Diaspora nachgesagt – es kam aber nicht dazu.

Was man auf alle Fälle sagen kann: Google+ entwickelt die Ideen von verschiedenen Sozialen Netzwerken weiter. Man könnte meinen Google hätte eine Runde Barkeeper gespielt und einen neuen Cocktail entwickelt. Das Rezept könnte so aussehen:

Ich habe den Eindruck Google hat hier vieles richtig gemacht. Die Angst der Benutzer vor dem Datenriesen ist genauso begründet wie die Angst vor Facebook, aber man muss berücksichtigen: Google hat unsere Daten ohnehin schon und nutzt sie auch. Den ganzen Beitrag lesen

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