Drohnen als Paketlieferant

Pakete 30 Minuten nach der Bestellung per Minihubschrauber aus der Luft geliefert bekommen. So stellt sich Amazon-Chef Jeff Bezos den Onlinhandel der Zukunft vor.
Die Onlinemedien berichteten begeistert von dieser Idee. Es gab jedoch auch einige, die vor allem einen erfolgreichen PR-Stunt in der umsatzstärksten Woche des amerikanischen Einzelhandels sahen, ohne ernsthafte Realisierungschancen.

Der Verdacht liegt zumindest nahe und der Termin der Veröffentlichung ist sicherlich nicht zufällig gewählt.  Einige Tage später wurde dann aber auch über UPS gemeldet, dass bereits mit einer Drohnenflotte experimentiert würde. Zuletzt kam die Deutsche Post mit einem Video dazu an die Öffentlichkeit.

Auf den ersten Blick wirkt die Idee unmöglich umsetzbar. Wie soll das funktionieren, wenn der ganze Luftraum voller Drohnen ist? Und wo sollen die Geräte in den Städten landen? Genauer betrachtet scheint es für viele Bedenken jedoch durchaus Lösungsansätze zu geben. Den ganzen Beitrag lesen

Neuer Anlauf: Ikea in Karlsruhe

Nachdem ein Ikea-Möbelhaus in Rastatt aus ökologischen Gründen nicht gebaut werden durfte, versucht es der Konzern nun erneut in Karlsruhe.

Gestern berichtete Ka-News über das immer noch existierende Interesse der Möbelhaus-Kette ein Geschäft in Karlsruhe zu eröffnen. Es wird zumindest wieder nach einem Standort gesucht.

Vielleicht wird ja unter einem neuen Bürgermeister diese Initiative nicht abgewürgt.

Auch in Deutschland wird jeder Brief gescannt

Jetzt sind wieder alle überrascht. Nach Prism und Tempora kommt heraus, dass es ein System in den USA gibt, mit dem sämtlicher schriftlicher Briefverkehr protokolliert wird.

Bereits Anfang dieses Jahrtausends lernte ich im Urlaub auf Korsika einen Informatiker kennen, der in einem Projekt für die Deutsche Post AG ein Verfahren entwickelte, um Briefe vollautomatisch in die richtigen Zustellungskörbe zu werfen. Er sagte damals schon, dass fast alle Briefe – auch von Hand beschriftete – automatisch zugeordnet werden können. Die Technik dafür wurde sicherlich nicht schlechter seither.

Ein Studium später weiß ich: Es ging um ein klassisches Mustererkennungsverfahren. Das wird üblicherweise in 5 Schritte strukturiert:

  1. Erfassung
  2. Vorverarbeitung
  3. Merkmalsgewinnung
  4. Merkmalsreduktion
  5. Klassifizierung

Mit der Erfassung ist die Digitalisierung der realen Welt gemeint. Bei der Erkennung, wo ein Brief hingeschickt werden soll, wird also ein Scan oder ein Foto von ihm gemacht. Ab diesem Moment sind Daten vorhanden, die gespeichert werden können. Diese Daten werden dann noch weiter bearbeitet und ausgewertet und  mit einer Texterkennung versehen, um am Ende den genauen Zustellort für die Nachricht in digitaler Form zu ermitteln (Klassifizierung).

Es ist klar: Auch in Deutschland wird jeder Brief gescannt. Offen bleibt nur die Frage, ob die Daten auch auf Vorrat gespeichert werden. Glaubt nach den Veröffentlichungen der letzten Tage noch jemand ernsthaft, dass dies nicht geschieht?

Michael Naef hat 2008 in einem kurzen Post auf einer Webseite drei Hauptsätze der Datendynamik postuliert, die von der Realität regelmäßig bestätigt werden. Deren zweiter Satz:”Wo Daten anfallen, werden sie missbraucht.”

Die Daten über den Briefverkehr fallen, ob wir das glauben wollen oder nicht, ohnehin an, also werden auch sie missbraucht.

Große Online-Medien fordern Abschaltung des Werbeblockers

Viele der großen Online-Medien bitten seit heute mit großen Textblöcken über ihren Webseiten um die Abschaltung der Werbeblocker. Mit dabei sind: Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Golem, Zeit und auch der Spiegel.

Alle Angebote begründen ihre Forderung nach Abschaltung der Adblocker damit, dass die Finanzierung ihrer Webseiten hauptsächlich aus Werbeerlösen stammt. Außerdem seien die Werbeformate gezielt so gewählt, dass sie wenig stören. Testweise habe ich nun mal den Werbeblocker ausgeschaltet.

Süddeutsche Zeitung

Startseite: Ein Banner, das sich bewegt über dem Hauptartikel.
Artikel: Ein Banner über der ganzen Seite, das sich bewegt. Etwa in der gleichen Größe, wie die Aufforderung den Blocker zu deaktivieren.

Fazit: Es lohnt sich den Adblocker zu aktivieren. Der Platzverbrauch ist in etwa identisch, die Bitte des Chefredakteurs statisch und unbeweglich.

Spiegel

Startseite: Ein großes Wallpaper-Ad mit viel Bewegung und blickendem Effekt.
Artikel: Je nach Artikel mehr oder weniger Banner bzw. Wallpaper-Ads. Fast alle mit Bewegung oder Blinkeffekten.

Fazit: Es lohnt sich den Adblocker zu aktivieren. Der Platzverbrauch ist (auch weil die Bitte der Redaktion noch verkleinerbar ist) ähnlich. Die Ablenkung ist deutlich geringer, weil die Bitte im Vergleich zu den Anzeigen statisch ist.

Zeit

Startseite: Ein großes Wallpaper-Ad mit Blinkeffekten.
Artikel: Blinkendes Wallpaper-Ad oder großes statisches Banner über der Überschrift.

Fazit: Es lohnt sich den Adblocker zu aktivieren. Der Platzverbrauch der redaktionellen Bitte ihn auszuschalten ist zwar hoch, aber es blinkt und bewegt sich nichts.

Frankfurter Allgemeine

Startseite: Ein großes nicht-statisches Banner.
Artikel: Statische Werbung über der Überschrift oder blinkendes Wallpaper-Ad.

Fazit: Es lohnt sich den Adblocker zu aktivieren. Es wird kaum Platz für die Bitte der Redaktion verbraucht, aber sie blinkt nicht.

Golem

Startseite: Seitlich ein Banner mit wechselnden Bildern.
Artikel: Viel Werbung. Über dem Artikel, daneben, sogar im Text blinkende Banner. Zusätzlich statische Google-Ads.

Fazit: Es lohnt sich den Adblocker zu aktivieren. Nur auf der Startseite steht eine statische Bitte, die sich zudem auf etwa halbe Größe minimieren lässt.

Fazit

Es lohnt sich weiterhin den Adblocker zu aktivieren. Die Ablenkung durch blinkende Banner ist nach wie vor groß. Angeblich setzen die Webangebote keine Anzeigen ein, die mit Ton starten oder in großem Umfang Speicher verbrauchen, aber vielleicht lohnt es sich auch kurz über den Kommentar von Frank Rieger nachzudenken:

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