Jörg Kachelmann macht wieder Wetter – ohne die alten Medien

Meteorologe Jörg Kachelmann ist zurück und zeigt der Welt, wie man sich im Internet vermarktet. Von ganz oben war der Moderator unterstützt von den alten Medien, allen voran Springer, in ein tiefes Loch gestürzt worden. Aber Kachelmann wäre nicht Kachelmann, wenn er es nicht nochmal versuchen würde. Mit anderen, neuen Medien.

Im Moment testet der Wettermoderator Vorhersage-Sendungen über einen eigenen Kanal bei Youtube und die einfache Internetseite wetterkachelmann.wordpress.com. Tägliche Wettersendungen, inklusive 15-Tage-Vorhersage für Deutschland und Schweiz. In den ersten Sendungen wählte er seine Kleidung noch etwas unvorteilhaft, aber bei dem, was die Springerpresse (Kachelmann redet von der “größten anzunehmenden Zeitung“) und News.de draus machen, könnte man glatt meinen, dass sich bereits hier der Medienprofi zeigt. Vom Springer-Verlag (Für die Bild machte Alice Schwarzer Werbung), hat er ohnehin nicht mehr viel zu erwarten mit News.de lag er bereits ebenfalls im Clinch. Was tut der Medienprofi also? – Er gibt ihnen Futter und steuert sie in dem ihm möglichen Rahmen. Er lässt sie über sein neues Projekt berichten, lässt sie es zerreißen und das alte Thema wird schnell vergessen sein. Negativ-Werbung ist auch Werbung. Die Presse nimmt es offensichtlich dankbar an und berichtet.

Wenn man sich die Testvideos so ansieht, möchte man nicht glauben, dass Kachelmann mal bei der ARD vor der Wetterkarte stand, aber genau das macht die Videos sympathisch. Schlecht ausgeleuchtet, in Freizeit-Kleidung und handbeschrifteten Wetterkarten steht er vor einer weißen Wand und blickt frontal in die Kamera. Den größten Teil der Zeit hält Kachelmann dann aber die Wetterkarten ins Bild. Von ihm selbst sind nur noch ein paar Finger zu sehen. Es ist deutlich: Hier steht das Wetter im Vordergrund (und ein wenig die Panikmache der Medien, projiziert auf das Thema Wetter).

Über Verbesserungen wird bei Kachelmann natürlich noch nachgedacht. Offenbar in Planung sind:

Ich schlage dazu noch vor:

Alles in Allem liest und betrachtet sich das Projekt so, als könnte da richtig was draus werden. Einfach, kompetent und (hoffentlich) gewohnt zuverlässig. Qualitativ hochwertige Vorhersagen im modernen Online-Format. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.

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