Datensparsamkeit im Sinne der AOK

Mein Arbeitgeber hat mich bei der Pflichtversicherung angemeldet. – Fälschlicherweise, ich bin nämlich noch Student, von der gesetzlichen Krankenversicherung freigestellt (also bei einer privaten Kasse) und die Studienbescheinigung lag bereits vor. Aber dafür gibt es ja die Möglichkeit der Stornierung sollte man meinen.

Nachdem ich den bereits zweiten Brief erhalten hatte, doch endlich den Fragebogen zur Familienversicherung auszufüllen, beschloss ich dann doch mal bei der AOK anzurufen, um die Sache zu klären. Mir wurde gesagt, ich solle einfach mal abwarten. Wenn das storniert sei, komme da nichts mehr. Macht ja auch Sinn.

Nachdem ich dann vor einigen Wochen vom Arbeitgeber auch die Bestätigung über die Stornierung meiner Anmeldung bekommen habe, bekam ich allerdings erneut einen Brief von der AOK:

“Schicken Sie uns unbedingt innerhalb der nächsten zwei Wochen den Familienfragebogen ausgefüllt zurück – auch wenn Sie keine mitversicherten Angehörigen haben. Danke!”

Also nochmal bei der AOK angerufen. Die Sachbearbeiterin erklärte mir, sie benötige den Fragebogen, damit sie in ihrem Programm einen Haken setzen kann, dass er zurück kam. Auf meine Frage, wozu sie denn die Informationen bräuchte und wie sich das mit der berühmten Datensparsamkeit vereinbaren lasse, wenn ich doch gar kein Versicherter der AOK bin, überstellte sie das Telefonat weiter zu ihrem Teamleiter.

Dieser Teamleiter erklärte mir in ruhigen ausführlichen Worten, dass die Software die Rücksendung des Fragebogens notwendig mache und ich gesetzlich zur Auskunft verpflichtet sei. Das Gesetz dazu konnte er mir leider nicht nennen und stimmte mir sogar zu, dass die Informationen aus dem Fragebogen eigentlich gar nicht benötigt werden. Schließlich kann ich gar keine bei der AOK mitversicherten Angehörigen haben, wenn ich selbst nicht bei der AOK versichert bin. Er empfahl mir den Fragebogen einfach durchzustreichen zu unterschreiben und zurückzuschicken, da ich ja ohnehin keine Kinder hätte.

Ich frage mich jetzt natürlich:

  1. Bin ich wirklich verpflichtet den Fragebogen auszufüllen, wenn ich keine Krankenversicherung bei der AOK habe?
  2. Wenn ich das bin, warum reicht es dann einen durchgestrichenen Fragebogen zurückzusenden?
  3. Warum fordert die Software Informationen, die gar nicht benötigt werden?

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