Die neuen Revolutionsreporter

Die Ereignisse in Ägypten führen uns einmal mehr vor Augen, wie wenig unabhängig die großen deutschen Medien sind. Berichterstattung gab es zunächst wenig bis keine. Einzig Al Jazeera sendete rund um die Uhr live. Es ist gar vom Versagen der deutschen Medien die Rede.

Aber, wie immer, kann man die Situation auch als Chance betrachten. Als Chance für mutige freie Journalisten und Blogger, die auf eigene Rechnung nach Ägypten fliegen, sich mit anderen mutigen Journalisten um das Zimmer mit dem besten Blick im Hotel streiten und für horrende (Internet-)Roaminggebühren Berichte für die Heimat schreiben. Eine Welle der Unterstützung wogte nach seinem ersten Blogeintrag durch das deutsche Netz. Es dauerte nicht lange, bis die öffentlich-rechtlichen Medien (in diesem Fall die ARD) auf Richard Gutjahr aufmerksam wurden. Er berichtet nur einen Tag nach seiner Anreise als offizieller ARD-Reporter per Telefon aus dem Zentrum der Revolution.

So sieht also ein moderner Revolutionsreporter aus. Er kümmert sich um alles auf eigene Faust geht ein immenses finanzielles und persönliches Risiko ein und veröffentlicht seine Berichte auf eigene Faust. Dann erst entdecken die großen Medienanstalten, dass es abseits der längst etablierten Kanäle fähige Journalisten gibt, die ihnen längerfristig den Rang ablaufen könnten.

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