Von der Krise in den Fachkräftemangel

Kaum fangen die ersten Wirtschaftsinstitute an, positive Prognosen für die Wirtschaft abzugeben, gehen auch schon wieder die Rufe nach mehr Fachkräften los. Angeblich fehlen schon jetzt in der Krise 60.000 Spezialisten aus den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Es ist schon auffällig: Auf der einen Seite steigt die Arbeitslosigkeit und auf der anderen Seite fehlen die qualifizierten Mitarbeiter. Woher das wohl kommt, wenn die Schulabgänger sich Sorgen um die Finanzierbarkeit eines Studiums machen und es deshalb gar nicht erst anfangen?

Gleichzeitig fehlen Bundesweit angeblich 40.000 Lehrer – hauptsächlich in den Fächern Mathematik, Informatik, Physik und Chemie. Muss einen das wundern? Wenn ich mir das Studium eines solchen Faches aus Überzeugung aussuche, wäre ich schön blöd mich mit einem Lehrergehalt abspeisen zu lassen. Da muss auch dann schon auch noch der Idealismus dazukommen, Lust am Unterrichten zu haben und sich zum Sündenbock der Nation machen zu lassen.
Der Spiegel schreibt:

“Der Philologenverband regte den verstärkten Einsatz osteuropäischer Lehrer an deutschen Schulen an. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger sagte: ‘Die sind gut ausgebildet, müssten pädagogisch aber noch geschult werden.’”

Soso, die osteuropäischen Lehrer brauchen also eine pädagogische Ausbildung. Klar, das ist nötig, denn die deutschen Gymnasiallehrer bekommen fast keine, bis auf einige Praktika. Da hat jeder osteuropäische Lehrer mit 3 Jahren Berufserfahrung mehr pädagogische Kenntnisse.

Dass das alles für den “Standort Deutschland” nicht so gut ist, ist klar. Aber wenn die Verhältnisse hier so toll wären, würde der Fachkräftemangel ganz schnell durch zuwandernde Akademiker aus aller Welt ausgeglichen. Wenn ich als Außenstehender die Wahl hätte, ich glaube, ich würde momentan auch nicht unbedingt nach Deutschland zuwandern. Dafür werden zu viele Freiheitsrechte eingeschränkt.

Da müsste sich die Lobby-Arbeit halt mal umstellen und anstatt die ganze Zeit für alles noch mehr Verbote und Einschränkungen zu fordern, das Land attraktiver machen. Dafür sorgen, dass jeder sich hier niederlassen will – auch Akademiker.

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