LAN-Party schlägt Jugend-Schützen-Turnier in Sachen Gemeingefährlichkeit

Ich konnte mich mal wieder tierisch aufregen. In Karlsdorf-Neuthard, 25 Kilometer nordöstlich von Karlsruhe, sollte Ende August eine LAN-Party mit etwa 400 volljährigen Gästen stattfinden: Die, in der Szene wohl sogar international bekannte, Convention-X-Treme.

Sie wurde jetzt abgesagt, weil die Stadtoberen den Spielern weder das Spielen von Counter Strike 1.6 noch das Spielen von Warcraft III erlauben wollten. Die Begründung ist natürlich der Amok-Lauf von Winnenden.

Was mich jetzt aber aufregt, ist die Tatsache, dass am 8. und 9. August das “30. Internationale Jubiläums-Jugendturnier für Luftgewehr und Luftpistole” des Schützenvereins im gleichen Ort stattfinden darf. Dort dürfen bereits unter 14-jährige mit Gewehren und Pistolen schießen üben.

Was sorgt denn bei einem Amok-Lauf für viele Opfer? Das Wissen des Amok-Läufers, wie man geduckt um eine Ecke läuft und sich möglichst nicht sehen lässt oder die Fähigkeit in unter fünf Minuten 10 gezielte Kopfschüsse zu setzen und Waffen in der Praxis schnell laden zu können? Wir reden hier immer noch von unbewaffneten Opfern.

Ich verstehe nicht, warum das eine OK ist, das ungefährlichere andere aber nicht. Wenn die Leute auf Papierscheiben schießen wollen, sollen sie das dürfen, dann muss es aber auch erlaubt sein mit ner Maus auf ein paar virtuelle Dreiecke zu schießen.

Eigentlich wäre das ja mal wieder ein guter Ort für eine Demonstration, auch wenn man befürchten muss, dass ein massives Polizeiaufgebot ohne wirklich erkennbaren Grund die Personalien aufnimmt und Platzverweise erteilt.

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