Schweigeminuten und Bahnverspätungen

In der Schule gabs die immer, weil man sich ein bissel Zeit ohne Unterricht rausschinden wollte, aber wozu gabs die heute 10:00 Uhr?

Offiziell wurde in Baden-Württemberg eine Minute der Opfer des Amoklaufs von Winnenden gedacht. Auch der KVV hat sich daran beteiligt. Das sah dann so aus, dass alle Bahnen für eine Minute (oder länger) an einer Haltestelle stehen blieben und nicht weiterfuhren. Die Ruhe wurde durch zwei rauschende und knackende Durchsagen unterbrochen, dass geschwiegen werde.

Ich bin heute morgen in eine bereits fünf Minuten verspätete Bahn eingestiegen. Dadurch bekam ich den Anschluss zur geplanten Bahn nicht mehr. In der nächsten Bahn in der ich dann nach 9 Minuten warten saß, wurde durch diese Schweigeminute eine weitere Verspätung verursacht. Kann mir bitte einer erklären, was das für einen Sinn macht?

Nehmen wir an, nur 5 Millionen der Bürger (ca. die Hälfte von Baden-Württembergs Einwohnern, sogar Daimler hatte die Bänder angehalten) hätten eine Minute geschwiegen. Dann sind damit in der Gesamtsumme über 10.000 Arbeitstage mit je 8 Stunden verloren gegangen. Damit hätte man ganz schön viel soziales Personal an Schulen einstellen können, anstatt Bahnen anzuhalten, in denen jeder ungeduldig auf die Weiterfahrt wartet.

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