Schäuble in Karlsruhe

Schäuble Besuch blockieren!Am 29. Januar 2009 wird der allseits beliebte Innenminister Schäuble im Audimax der Universität Karlsruhe einen Vortrag halten. Eben habe ich gesehen, dass natürlich sofort eine Demonstration organisiert wird.

Grundsätzlich bin ich ja schon für Demos, mir macht nur ein bisschen Gedanken, dass der Protest von Autonomen organisiert wird. Eine Gruppe aus demokratischen Parteien wäre mir ja erheblich lieber.

Wahrscheinlich wird das enden, wie vor einem guten Jahr in Freiburg: Mit überforderter Polizei und folgendem Schlagstockeinsatz.

Kommentare

12 Kommentare zu “Schäuble in Karlsruhe”

  1. gast am January 20th, 2009 23:36

    Mhm… ob eine Blockade wirklich das richtige Mittel ist? Grundsätzlich stimme ich ja zu, das Schäuble “das/der Böse” ist. Aber die eigentliche Waffe der Intellektuellen sollte das Wort, d.h. das Argument sein… oder ist das eine realitäts-ferne Illusion?

  2. goblor am January 21st, 2009 10:21

    Sag ich doch :)
    Gegen (Massen-)Demonstrationen hab ich nix, Blockaden entstehen dann durch wirklich viiieeeele Menschen fast von selbst.
    Ich will zum Vortrag und mir anhören, was der Mann zu sagen hat. Auspfeifen und zwischenrufen kann man dann immer noch, wenns nötig ist.

  3. Lars am January 21st, 2009 13:36

    Wir könnten ja auch Schuhe nach ihm werfen -> so wurde auch Busch verabschiedet ;-)

  4. Peter am January 21st, 2009 20:24

    Ich muss irgendwo was “nicht schwarzes” zum Anziehen finden, sonst lassen die mich eh nicht rein. “Du gehörst in den schwarzen Block” oder so werden die sagen.

  5. Volka Racho am January 22nd, 2009 15:43

    @goblor:
    welche demokratische Partei sollte denn deiner Meinung nach die Proteste organisieren?
    -Etwa die SPD, die mit ihrem Sicherheitsfanatiker und ehemaligen Innenminister Schily mehr als nur die Grundsteine der heutigen Schäublepolitik gelegt hat?
    -Etwa die Grünen, die damals mit an der Regierung waren und für diese Regierungsbeteiligung alle ihrer früheren Bürgerrechtsideale über Bord warfen und bei jedem Sicherheitsgesetz von Schily mitgemacht haben?
    -Etwa die FDP, die im Moment mit der CDU dabei ist, ein absolut demokratiefeindliches Versammlungsgesetz in BaWü zu verabschieden und auch sonst jede Schweinerei bereitwillig abnickt?(mit wenigen Ausnahmen wie den ehemaligen Innenpolitikern Baum oder Hirsch, die aber nicht mehr viel zu melden haben)

    Insofern kann man doch froh sein, dass es wenigstens noch außerparlamentarische Gruppen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen.
    Deine Angst vor den “Autonomen” speist sich wahrscheinlich auch eher aus reißerischen Medienberichten.Zum einen gibt es nicht “Die Autonomen”(wie der Name schon sagt, unabhängig und vielfältig),die immer nur als schwarzer Block auftreten. Da hat wohl noch manch einer den 1. Mai vor 20 Jahren in Berlin im Kopf, aber sicher nicht die aktuelle Realität, wo Autonome wertvolle antifaschtische Arbeit leisten oder sich eben auch gegen den Sicherheitswahn und Krieg engagieren.
    Zum anderen scheint mir bei dir doch eine typische deutsche Sehnsucht nach Parteien durchzuschimmern. In anderen europäischen Ländern ist es völlig normal, dass sich viele Menschen ihre Rechte und Verbesserungen auf der Straße erkämpfen und nicht jegliche Verantwortungen an irgendwelche Parteien delegieren.
    Also Leute, am 29. Januar Schäuble zeigen, was wir von ihm halten und die Vorurteile einfach mal zu Hause lassen.

  6. goblor am January 22nd, 2009 16:24

    @Volker:
    Wäre das nicht DIE Chance für demokratische Parteien, die noch nicht sehr aufgefallen sind, auf sich aufmerksam zu machen? Wie viele Wähler wissen denn überhaupt über eine Piratenpartei Bescheid?
    Ja, meine Sorge speist sich aus dem schwarzen Block, der leider bei jeder zweiten größeren Demonstration auftritt. Außerdem lese man dazu den verlinkten Artikel bei Indymedia. “Seine Karre gerüttelt” klingt nicht gerade nach friedliebenden Absichten. Der Vortrag in Freiburg dürfte einen ähnlichen Rahmen gehabt haben, wie hier. Er fand ebenfalls in der Universität statt.

    Egal, ich werde hingehen, weil ich den Vortrag hören will. Vermutlich kommt man eh nicht rein und es bleibt einem nichts übrig außer zu demonstrieren.

  7. liberty am January 24th, 2009 17:35

    @goblor:
    Der größte Sieg der Elite über die Demokratie war es der Bevölkerung einzureden, alle paar Jahre die eine oder andere Interessengruppe zu legitimieren sei tatsächlich Demokratie in ihrer höchsten Form. Wenn man diese Täuschung durchschaut hat verliert man ein wenig die Scheu vor “den Autonomen”, vor der “Internationale der Steinewerfer” mit ihrer “Lust an Gewalt”, wie kürzlich vom Spiegel anlässlich der Athener Revolte gehetzt wurde.
    Ich bin für konsequente Gewaltfreiheit am 29.1., aber ich sehe wie Volka Racho hier auch ein völliges Versagen der sogenannten demokratischen Parteien. Freiheit ist niemals ein Geschenk von oben, sondern muss durch basisdemokratischen Druck gefordert werden. Also, nur keine falsche Bürgerlichkeit. ;)

  8. teddy am January 25th, 2009 01:37

    dazu fällt mir nur ein: “Wenn ein Deutscher einen Bahnhof besetzen will, dann kauft er sich erst mal eine Bahnsteigkarte”.
    p.s.:der Wolfgang wird selbstverständlich alle Gesetze zurücknehmen, wenn ihm mal jemand sagt, dass die schlecht waren.
    Wovon träumt ihr eigtentlich nachts?

  9. gast am January 25th, 2009 19:07

    Zu meinem Grundverstaendnis von Demokratie gehoert die Meinungsbildung im Dialog. Und nur im Dialog. Das eigentlich Erschreckende an unserer Gesellschaft ist doch, dass es eben immer Leute gibt, die meinen alles mit dem Schlagstock oder durch Blockaden durchsetzen zu koennen… egal von welcher Seite sie laufen… und egal ob die “Uniform” gruen oder schwarz ist. Und was die Frage nach “richtigen” demokratischen Partei angeht… die gibt es genausowenig, wie es den “guten” Autonomen Block gibt. In beiden Lagern gibt es ne Menge Menschen mit einer Menge Meinungen… alle machen Fehler. Und genau darueber sollte man debattieren… das Ergebnis nennt sich dann Konsens. Natuerlich passt das dann keinem… das ist das Problem des Durchschnitts… aber ich lebe lieber im Durchschnitt, als in einer mir vielleicht gefaelligen Meinungsdiktatur… auch wenn es eine Diktatur der Freiheit waere. ф.

  10. Schäuble:”Freiheit und Sicherheit sind keine Gegensätze…” | goblor grübelt am January 30th, 2009 16:58

    […] war er also, der besagte Vortrag unseres gewählen Mitgliedes des Bundestages und Innenminister der Bundesrepublik Deutschland Dr. […]

  11. Walter am February 3rd, 2009 22:35

    Grundsätzlich bist du für Demos. Schon seltsam, wenn man für eine Sache ist, die man erst mal inhaltsleer dargestellt hat. Dann soll es aber eine Demo nach deinen Maßstäben sein. Stimmt, wäre ja blöd, wenn man auf eine Demo geht, deren Inhalt man gar nicht teilt.
    Dein Inhalt ist allerdings ziemlich blöde und widersprüchlich. Gewalt darfs auf der Demo nicht geben. Das führt ja zu Schlagstockeinsätzen. Diese andere – staatliche – Gewalt feierst du aber schon, oder?

    Ich schlage vor: Grübel nicht so viel, sondern denk mal ein bisschen mehr.

  12. Warum ich Demonstrationen gut finde | goblor grübelt am February 4th, 2009 12:30

    […] durch einen etwas aggressiven Kommentar zu meinem Blog-Eintrag “Schäuble in Karlsruhe” habe ich mir nocheinmal im Detail überlegt, was ich an Demonstrationen gut und was schlecht […]

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