Woran man eine Wirtschaftskrise erkennt

Wenn man den Medienberichten glauben darf, befinden wir uns in einer ganz üblen Rezession als Folge einer Welt-Wirtschafts-Krise. Angeregt durch zwei Blogeinträge von fabthink, habe ich nach Statistiken gesucht, die eine Krise untermauern aber nur das Gegenteil gefunden.

Was mich schon lange stutzig machte: Beim Wertverlust von Aktien geht ja erstmal nix verloren. Erst wenn man sie verkauft realisiert man Verluste. Da man aber bei der Buchführung immer pessimistisch sein muss (Imparitätsprinzip), dürfte das in direkter Folge nur dann was ausmachen, wenn die Aktien auch verkauft werden und vor nicht zu langer Zeit gekauft wurden.

Die Arbeitslosenzahlen sind im November noch gesunken. Das mag daher kommen, dass eine Krise am Arbeitsmarkt immer mit etwas Verzögerung ankommt. Für Dezember wird ein Anstieg von 70.000 bis 100.000 im Vergleich zum Vormonat vorausgesagt (genaue Zahlen gibts am Mittwoch). Letztes Jahr waren es nur 38.000 mehr, als im November. Die letzten beiden Jahre war es aber Anfang Dezember auch noch erheblich wärmer, als dieses Jahr, was sich auf Arbeitsplätze in der Baubranche auswirken dürfte.

Was ist mit dem Konsumklima-Index? Der muss doch in einer Krise sicherlich extrem niedrig sein, aber auch der ist seit September nur gestiegen. Ich würde behaupten, das liegt vor allem am gesunkenen Preis für Sprit und Heizöl.

Bleibt noch das das Problem, dass Unternehmen angeblich kaum noch Kredite bekommen. Aber wenn man hier wieder eine Umfrage der GfK betrachtet, sind gerade dort die geringsten Sorgen bei Unternehmern. Die größten sind bei der Konsumzurückhaltung, bei der aber der Konsumklima-Index ja das Gegenteil sagt.

Fassen wir also zusammen: Nach momentanem Stand wurden viele der Probleme mehr herbeigeredet, als sie wirklich existieren.

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