Wenn die WG ein Radio hat

Wie mancher Leser weiß, wohne ich seit einiger Zeit in einer Wohngemeinschaft. Mit 2 Informatikern, einem Elektrotechniker und mir, gehört der WG-Server damit schon zum Pflicht-Inventar.

Der wird für verschiedenes genutzt, unter anderem läuft ein Wiki drauf und wir haben unsere kompletten Musik-CDs dort zusammen abgelegt. Weil es praktisch ist, nicht immer selbst Musik aussuchen zu müssen, sondern auch der Nachbar das machen kann, haben wir auch einen MPD und einen Icecast2-Server installiert.

Der MPD agiert als Streaming-Server, spielt Musik ab und schickt sie als Ogg-Stream an den Icecast2. Der verteilt sie dann an beliebige Hörer im Netzwerk.
Den MPD kann man über eine Schnittstelle fernsteuern. Dazu gibt es verschiedene Programme, auf Kommandozeile (mpc, ncmpc), Webbased (Relaxx-Player, Pitchfork [Mein Liebling, ist leider momentan nicht mehr im Internet zu finden, wir hatten ihn noch auf ner alten Wohnheimsinstallation], Orange-Player), als Gnome-Panel (Music-Applet), oder, oder, oder.

Hört sich alles ganz kompliziert an, ist es aber nicht. Es gibt viele Stellen im Netz, wo Installation und Benutzung ganz gut erklärt werden. Z.B. hier, hier oder hier.

Wenn man das Programm erst mal am Laufen hat, kann man von einem beliebigen Rechner im Netzwerk den Stream hören und die Musikauswahl fern steuern. Bei uns hat das den Vorteil, dass auf dem Flur nicht mehr komplett gegenläufige Musik gespielt wird, sondern nur noch durch Pufferung etwas zeitversetzt. Außerdem gibt es so nette Möglichkeiten, wie den Stream per WLAN in die unverkabelte Küche zu schicken und dort mit einem Webradio-fähigen Abspielgerät zu nutzen.

Wir haben festgestellt, dass der Stream, wenn man ihn abspielt beim Liedwechsel stockt oder manchmal ganz abreißt. Das liegt wohl an einem Bug im GStreamer-Plugin.

In nächster Zeit werde ich noch einige Ideen zur akustischen Einbindung von weiteren Informationen ins laufende Radioprogramm geben. Das ist aber noch nicht ganz ausgereift.

Kommentare

One Kommentar zu “Wenn die WG ein Radio hat”

  1. Peter am September 18th, 2008 10:31

    Ja “der Bug” im Gstreamer ist da schon mindestens 2 Jahre drin. Jetzt haben sie das zwar gefixt, allerdings nicht im alten playbin sondern im playbin2. Dieser playbin2 wurde um gapless support erweitert. Auf der Kommandozeile ist ab Ubuntu Itrepid Ibex das hören superst bequem möglich, ohne Gaps.

    Allerdings wird es nochmal so lange dauern bis die größten Programme diesen playbin2 nutzen möchten. Dass man da nicht irgendeinen wrapper schreiben kann, der das alte playbin auf dem playbin2 emuliert ist mir rätselhaft.

    Man kann doch ne Menge simulieren, grade wenn man auf einem abstrakten Framework wie gstreamer arbeitet.

    Könnte mir ja egal sein – aber ich hab 2 Tage investiert um die GAPS zu fixen und dann sowas – ärgerlich.

    gst-launch-0.10 playbin2 uri=”http://server:8000/mainstream.ogg”

    und alles ist prima – aber der neusten verfügbaren gstreamer Version aus dem Ubuntu 8.10 rep. Leider ist playbin2 noch im unstable zweig und solange es das ist wird es auch nicht in die major apps integriert.

    Schönen Tag und viel Erfolg bei der Lernerei. Heute abend Hausl nicht vergessen :-)

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