Es gibt auch private Radiosender

Grade in der Bahn erlebt, als die Bahn am Veranstaltungsort der Radio-Regenbogen-Awards vorbeifuhr.

Ältere Dame:”Da wird der Regenbogen-Award verliehen”
Ihr Begleiter in ähnlichem alter:”Was ist da?”
Ältere Dame:”Der Regenbogen-Award. Das ist so ein Preis, vom SWR4.”

Vielleicht ist es nur eine Ausnahme, aber es zeigt ein interessantes Phänomen. Es gibt immer noch Leute, die nichts außer den öffentlich-rechtlichen Sendern kennen. Der private Sender Radio Regenbogen wurde laut Wikipedia bereits 1988 gegründet. Das ist jetzt 24 Jahre her und der Sender ist durchaus bekannt in der Region.

Irgendwie hat mich der Vorfall auch an den Klassiker “mein Internet ist gelöscht” bei entferntem Internet-Explorer-Icon auf dem Desktop erinnert.

Die Datenschutz-Bigotterie der deutschen Politik

Inspiriert von Richard Gutjahrs Artikel fällt mir immer mehr auf, wie irrational das Verhalten der Politik zum Thema Datenschutz doch regelmäßig ist. Was im einen Moment noch als vollkommen in Ordnung gilt und mit Ausnahmeregelungen ausdrücklich zugelassen wird, ist im nächsten Moment in ähnlich gearteten Fällen unerwünscht. Was im einen Moment eine große Firma zwingt, ein Produkt zu beschneiden, interessiert im nächsten Moment bei einer ähnlich großen Firma niemanden mehr.
Ich will das an zwei Beispielen verdeutlichen.

Richard Gutjahr führt aus, dass es in Deutschland eine ganze Industrie gibt, die personenbezogene Daten vermarktet, verkauft und zusammenführt. Spezialisierte Firmen führen nach Interessen, Einkommen und bis zu 300 weiteren Merkmalen sortierte Adressdatensätze, aus denen sich jeder, der bereit ist dafür in die Tasche zu greifen, einen Abzug nach seinen Wünschen extrahieren lassen kann. Das ist Dank des sogenannten Listenprivilegs (Thomas Stadler hat was dazu) auch vollkommen legal.
Auch Facebook und Google nutzen derartige Daten. Die beiden Firmen blenden in ihre Internet-Seiten (und bei teilnehmenden Partnern) Werbung ein, die auf die Interessen der lesenden Benutzer zugeschnitten ist. Die Werbekunden können auswählen, wer eine Werbung sehen soll, Merkmale der Benutzer werden jedoch (zumindest offiziell) nicht herausgegeben. Den ganzen Beitrag lesen

Was beim Gläubiger im Soll, ist beim Schuldner im Haben

Spiegel-Online titelt heute:”Deutsche könnten Schulden der Euro-Zone tilgen“.

Dann wird ausgeführt, dass mit den 8,5 Billionen Euro Geld- und Immobilienvermögen mehrfach die Schulden des deutschen Staatshaushalt zurückgezahlt oder eben die gesamten Schulden der Euro-Zone getilgt werden könnten. Aber ist es nicht so, dass ein großer Teil dieses Geldes genau die Schulden der Staatshaushalte sind?

Wenn der Staat Schulden macht, tut er das unter anderem durch die Ausgabe von Wertpapieren, die von privaten Institutionen gekauft werden. Das heißt, der Staat hat dann Schulden und der Privatmann oder die Bank hat Geld angelegt. Eine Bank ist nun natürlich kein Privatmann, aber sie leiht sich ihr Geld unter anderem von den Kunden, die Geld bei ihr angelegt haben und kauft damit dann genau diese staatlichen Wertpapiere. Offensichtlich beruht Aussage des Spiegels also auf einer Milchmädchenrechnung.

Youtube-Disko – Party-DJ ohne eigene Plattensammlung

Sieht nicht nur simpel aus, ist auch so einfach. Wer auf der eigenen Party Musik spielen wollte, brauchte früher eine ordentliche Anzahl an Platten, später Bändern und CDs. Zwischenzeitlich wanderte die Musiksammlung in den Computer und verlangte nur noch nach einer großen Festplatte. Inzwischen genügt die Kenntnis der Songtitel oder Interpreten. Gewiefte Programmierer haben Youtube mit einem Crossfader kombiniert. So können zwei (Musik-)Videos abgespielt und ihre Tonspur kombiniert werden.

 Der Service Youtube-Disko besteht seit 2010 und funktioniert ganz ordentlich. Voraussetzungen sind natürlich eine gute Internet-Verbindung und ein Rechner, der die Musik abspielt.

In Deutschland besteht allerdings noch ein entscheidender Nachteil. Solange Gema und Youtube sich nicht auf einen Abspiel-Tarif einigen, lassen sich eine Menge Lieder einfach nicht abspielen. Aber auch hier gibt es inzwischen Abhilfe. Zum Beispiel das Browser-Plugin Stealthy für Firefox und Chrome, das den Internet-Verkehr über ausländische Proxy-Server umleitet und damit die IP-Sperren von YouTube umgeht.

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